Lagerung & Haltbarkeit
So bleiben Forschungspeptide stabil – vom gefriergetrockneten Pulver bis zur fertig angesetzten Lösung.
Ob ein Peptid über Monate stabil bleibt oder innerhalb von Tagen an Qualität verliert, entscheidet vor allem eines: die Lagerung. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was im Laborkontext üblich ist.
Zwei Zustände, zwei Regeln
Peptide werden als Lyophilisat (gefriergetrocknetes Pulver) geliefert und erst bei Bedarf mit Wasser in Lösung gebracht (rekonstituiert). Diese beiden Zustände verhalten sich völlig unterschiedlich – und werden entsprechend unterschiedlich gelagert.
Lyophilisat – das ungeöffnete Pulver
Im gefriergetrockneten Zustand sind Peptide bemerkenswert stabil, weil kaum Wasser für Abbaureaktionen zur Verfügung steht. Entscheidend sind Kühle, Trockenheit und Dunkelheit.
- Kurzfristig (Wochen): Kühlschrank bei 2–8 °C genügt in der Regel.
- Langfristig (Monate und länger): Tiefkühlung bei −20 °C oder kälter ist üblich.
- Trocken halten: Feuchtigkeit ist der Hauptfeind. Das verschlossene Vial nicht in feuchter Umgebung öffnen; Kondenswasser vermeiden, indem ein kaltes Vial vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen darf.
- Lichtgeschützt im Originalbehälter aufbewahren.
Rekonstituierte Lösung – nach dem Auflösen
Sobald das Pulver in Wasser gelöst ist, verkürzt sich die Stabilität deutlich. Ab diesem Zeitpunkt gilt konsequente Kühlung.
- Gelöstes Material wird bei 2–8 °C im Kühlschrank aufbewahrt, nicht bei Raumtemperatur.
- Wiederholtes Einfrieren und Auftauen wird vermieden – jeder Zyklus belastet die Molekülstruktur. Wer einfriert, tut dies möglichst in einer einzigen Portion.
- Das Vial vor Licht schützen und aufrecht lagern.
- Die Haltbarkeit im gelösten Zustand ist je nach Verbindung begrenzt – von wenigen Tagen bis mehreren Wochen.
Die Rolle des Wassers
Zum Auflösen kommen zwei Wassertypen infrage, die sich deutlich unterscheiden:
- Steriles Wasser enthält keinen Konservierungszusatz. Damit angesetzte Lösungen sind nur sehr kurz haltbar.
- Bakteriostatisches Wasser (BAC) enthält 0,9 % Benzylalkohol, der Keimwachstum hemmt. Es verlängert die Haltbarkeit der Lösung erheblich und ist im Laborkontext der übliche Weg. Jeder SENEX-Bestellung liegt BAC-Wasser bei.
Lichtempfindliche Verbindungen
Einige Verbindungen sind zusätzlich lichtempfindlich. GHK-Cu etwa ist ein Kupferpeptid, dessen blaugrüne Farbe zugleich als Frischeindikator dient: Verblasst sie, hat sich das Kupfer gelöst. Solche Verbindungen werden konsequent im Originalvial und dunkel gelagert.
Faustwerte auf einen Blick
| Zustand | Temperatur | Licht | Haltbarkeit (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Lyophilisat, kurzfristig | 2–8 °C | dunkel | Wochen |
| Lyophilisat, langfristig | −20 °C oder kälter | dunkel | Monate+ |
| Rekonstituiert (BAC) | 2–8 °C | dunkel | Tage bis Wochen |
| Rekonstituiert (steril) | 2–8 °C | dunkel | sehr kurz |
Die Werte sind allgemeine Orientierung und variieren je nach Verbindung. Maßgeblich ist stets das chargenspezifische Datenblatt.
Kurz gerechnet, richtig angesetzt
Bevor du eine Lösung ansetzt, lohnt der Blick in den Rechner: Er zeigt dir, welche Konzentration sich aus Ampullengröße und Lösungsvolumen ergibt – und wie viele Entnahmen ein Vial hergibt.
Zum Peptid-RechnerAlle Angaben dienen ausschließlich allgemeinen, wissenschaftlichen und forschungsbezogenen Informationszwecken. Die bei SENEX angebotenen Produkte sind nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr bestimmt. Diese Seite stellt keine Gebrauchsanweisung, Dosierungsempfehlung oder medizinische Beratung dar. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an ärztliches oder pharmazeutisches Fachpersonal.
